Weichenstellung in der Verlagslogistik

Das Monopol des Mediums Papier als Informationsträger gibt es nicht mehr. Trotz aller Diskussionen, kann niemand sagen, wie die Zustellung in 10 Jahren aussehen wird. Aber einige Faktoren sind heute schon absehbar. In den kommenden Jahren werden die Zeitungsauflagen weiter sinken, das Produktportfolio der Briefdienste wird sich erheblich verändern, die Anforderungen an die Logistik und Zustellung werden deutlich höher und gleichzeitig wird es immer schwieriger, engagierte und zuverlässige Zusteller zu finden.

Viele Zeitungsverlage haben mit der Briefzustellung begonnen, um Synergien mit der bisherigen Verlagslogistik zu nutzen. Es wurde sehr viel unternommen. Eine optimale Integration in die Zustellung und Abwicklung ist bisher aber nur bei wenigen Verlagen gelungen. Dies wird eine entscheidende Herausforderung der nächsten Jahre sein.

Bisher haben es die privaten Briefdienste versäumt, ihr Marktpotential zu nutzen. Um den Kunden adäquate Angebote machen zu können, sind gesicherte Laufzeiten und ein flächendeckendes Netz erforderlich.

Wie wird man Fit für die Zukunft?

Innovation

Es gilt den bisher eher geringen Innovationsgrad zu steigern und mit einem reaktionsschnellen Management den Veränderungsprozess aktiv zu gestalten.

Wirtschaftlichkeit

Um in Zukunft bestehen zu können, ist Wirtschaftlichkeit eine wichtige Voraussetzung. Das ist bei einigen Briefdiensten noch nicht gelungen.

Prozessoptimierung

Durch eine gezielte Prozessoptimierung mit einem konsequenten Controlling kann die Wirtschaftlichkeit gestärkt werden. Dazu ist eine kontinuierliche Ausbildung der Führungskräfte und Mitarbeiter unabdingbar. Die Automatisierung muss deutlich ausgebaut werden. Dabei ist auf eine Standardisierung der Briefdienste zu achten, um eine Vernetzung ermöglichen zu können.

Artikel "Haben die Verlage bald AUSgetragen?"
aus DNV 19/20 2015 (PDF)